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Familienpaten-Projekt

Bei diesem Projekt des Caritasverbandes Kempten-Oberallgäu e.V. unterstützen Familienpaten Menschen in ihrer individuellen Lebenssituation und arbeiten Hand in Hand mit den Fachdiensten der Caritas, der allgemeinen Sozialberatung, der Schuldnerberatung und der Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung zusammen.

 


Der Hintergrund

Armut und Überschuldung sind ein vielschichtiges soziales Problem, es heißt meistens nicht nur wenig Geld zu haben. Die Betroffenen sehen sich oftmals einer Problemhäufung gegenüber, die für sie nicht allein zu bewältigen ist. Und sie haben kein persönliches Netz, in dem sie aufgefangen und unterstützt werden. Z.B. wenn es darum geht günstig einzukaufen, das Haushaltsgeld einzuteilen, Anträge bei Ämtern zu stellen, einen Mahnbescheid zu verstehen, mit Gläubigern zu verhandeln oder die Wohnung trotz Mietschulden nicht zu verlieren....

Die Projektidee

Das Familienpaten-Projekt orientiert sich an dem Gedanken, dass Menschen füreinander Verantwortung übernehmen und die Schicksale anderer wahrnehmen. Die im Projekt tätigen ehrenamtlichen Familienpaten setzen ihre Erfahrungen und Kenntnisse ein, um anderen zu helfen.
Handeln muss jeder Betroffene selbst, aber ihm steht dabei ein Familienpate mit Rat oder Tat helfend zur Seite - wenn es notwendig ist.


Das Ziel

Es soll vermieden werden, dass Menschen bei ihren Problemen den Kopf in den Sand stecken und z.B. ihre Post nicht mehr öffnen. Diese Menschen sollen lernen dass das Miteinander-Sprechen, das Verhandeln, das Im-Gespräch-Bleiben mit Ämtern, mit Gläubigern, mit anderen Menschen, hilft ihre Probleme zu lösen.

Was leisten Familienpaten?

In Zusammenarbeit mit den sozialen Beratungsstellen der Caritas bieten Familienpaten ihre Hilfe Menschen in finanziellen und persönlichen Notlagen an. Im Mittelpunkt der Unterstützung und Begleitung von Betroffenen steht, dass niemand vor seinen Problemen kapituliert, sondern Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden und die Eigeninitiative gestärkt wird. Familienpaten unterstützen Hilfesuchende bei sozialen und finanziellen Problemen geben Hinweise zum vorhandenen sozialen Netz suchen das Gespräch, auch mit den Fachberatungsstellen helfen beim Umgang mit Behörden und anderen Stellen, unterstützen beim Planen der Finanzen (Einteilung, Einsparung) und bereiten - wenn nötig - den Gang zur Schuldnerberatung vor.

Wo liegen die Grenzen?

Oberstes Prinzip ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Handeln muss jeder Betroffene selbst. Familienpaten erhalten keine Vollmachten und entscheiden auch nicht über die Gewährung sozialer Leistungen oder finanzieller Unterstützungen.
Privatadressen von Familienpaten werden nicht an die Menschen, denen geholfen wird, bekannt gegeben.

Die Kooperationspartner

Ein solches Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn die Tätigkeit der Freiwilligen eng mit der Arbeit der Fachberatungsstellen vernetzt ist. Zum einen stehen sie den Familienpaten mit fachlichem Rat zur Seite und gestalten Fortbildungen, andererseits bietet auch ihre Arbeit die Möglichkeit, Hilfesuchende auszumachen, die von der Unterstützung eines Familienpaten profitieren könnten.

Sie wollen selbst Familienpate werden?

Gesucht werden Ehrenamtliche mit dem "Gespür für Menschen", die aus ihrem Berufs- oder Privatleben eigene Erfahrungen einbringen wollen. Als Familienpate begleiten Sie zu einem wichtigen Gesprächstermin, z.B. bei Ämtern oder ein Hausbesuch bei Betroffenen ist möglich. Sie unterstützen bei der Bewältigung einfacher Alltagsfragen, z.B. dem günstigen Einkaufen, der Einteilung des Haushaltsgeldes, oder aber bei Antragstellungen, dem Verstehen eines Bescheides, helfen bei Terminvereinbarungen und wenn nötig, bereiten Sie den Gang zur Schuldnerberatung vor. Nicht jeder Familienpate muss alle Aufgaben übernehmen, aber alle zeigen Wege zu professioneller Hilfe auf.